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Gleich im Voraus meine Lieben. Ich bin etwas in Eile, etwas im Gefuehlschaos und deshalb nicht ganz so ausgeglichen mit dem heutigen Eintrag.

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Ich sitze gegen 08:00 Uhr uebermuedet (mein neuer Plan ist naemlich, so wenig wie moeglich zu schlafen, damit ich nochmal viel London erleben kann) in der ueberfuellten Tube Richtung Knightsbridge. Ploetzlich: Marias Gefuehlstiefpunkt der vergangenen Woche. Es ertoent Coldplay mit einem Lied, welches mich zu jeder Zeit und in saemtlichen Gefuehlslagen zum Weinen bringt, „Scientist“. Als haette ich in den vergangenen Tagen nicht schon jede Gelegenheit genutzt, um ein wenig rumzuschluchzen, nein auch jetzt ueberkommt mich die Traurigkeit. Es ist endgueltig – mein Flug ist gebucht - naechste Woche verlass ich London. Jedenfalls versuche ich mit aller Kraft in der U-Bahn stark zu bleiben. Nach gefuehlten 1000 Stunden, eigentlichen 4 MInuten, Zugfahrt, erreiche ich meine Haltestelle. Renne die Treppen des windigen U-Bahn Schachtes hoch und war noch nie gluecklicher den Ausgang erreicht zu haben, wie in diesem Moment. (Wobei, ich errinnere mich ungern an letzte Woche. Ich hatte am Abend zu viel getrunken und am naechsten Morgen in der Tube bemerkte ich ein „leichtes Aufstossen“…) An der frischen Luft angekommen, empfaengt mich natuerlich: warmer Regen. Endlich kann ich meinen Gefuehlen (den kleinen Traenchen) freien Lauf lassen…

Bisher hatte ich es noch gar nicht wirklich registriert, dass meine Zeit in London zu Ende geht. Nur noch eine Woche und dann liegt eines der wunderschoensten Jahre in meinem Leben hinter mir. Einfach so, ganz schnell. Ohne das ich mich richtig verabschieden kann. Schwups, ist es vorbei. Carrie Bradshaw liebt ihr New York, ich liebe mit jedem Atemzug MEIN London. Werde ich jemals wieder so eine unbeschreiblich schoene Zeit erleben? Ich ueberlege, was in dem Jahr nicht so gut verlaufen ist. MIr faellt nichts ein. Alles war perfekt. London ist perfekt. Mein Leben war die vergangengen Monate perfekt. Ich habe ein wenig Angst naechste Woche nach Deutschland zu fliegen und total ungluecklich zu sein. Ungluecklich zu sein, obwohl ich diejenige war, die den Rueckflug buchte. Es gibt einige wenige Gruende die kommende Woche nach Hause zu fliegen. Sprichwoertlich soll man doch aufhoeren, wenns am schoensten ist, richtig?

Klar bin ich total traurig, gleichzeitig freue ich mich aber auch schon auf meine Lieben zu Hause. Wie schon im letzten Eintrag bedanke ich mich nochmals ganz herzlich. Vielen lieben Dank!!! Ich habe in dem letzten Monaten so viel unglaublich tolle Dinge erleben duerfen, immer mit dem Gedanken im Kopf, dass doch in der Heimat fantastische Menschen auf mich warten und an mich denken.  Ja, auch wenn man es nicht richtig rauslesen kann, Maria freut sich auch schon auf zu Hause : ) Ich werde versuchen, die letzte Woche London mit jedem Atemzug zu geniessen. Ausserdem werde ich mich anstrengen, London mit einem Lachen zu verlassen. Obwohl ich mir schon sicher bin, Donnerstag in Dresden verheult anzukommen. Dies ist wahrscheinlich der letzte RILE GOES LONDON Eintrag aus meiner Traumstadt. Es war ne tolle Zeit und ich bin schon gespannt was mich in den kommenden Monaten erwartet…

m.

Ja, ich weis, ich war lange nicht aktiv und ich entschuldige mich hiermit. Seit dem letzten Eintrag ist viel passiert. Nach meinem Kurzurlaub in Paris, besuchte ich fuer einige Tage in Deutschland, dort angekommen war ich nicht wirklich gluecklich. Mir fehlte die berauschende Grossstadt London. Mir fehlte die Atmosphaere, die Hektik und die manchmal ein wenig stinkende Luft. Mir fehlten die Poundmuenzen, die an einem Sonntag geoeffneten Shops und die roten Doppeldeckerbus. Mir fehlte mein Leben.

Endlich wieder in Knightsbridge angekommen stand ich ohne Geld und ohne Job da. Inzwischen habe ich alles geregelt und wahrscheinlich verbringe ich im Moment die letzten 4 Wochen in der Stadt, die mich total veraendert hat. Ich glaube schon, dass man nach einem Auslandsjahr viele Dinge mit anderen Augen sieht. Sehr gluecklich bin ich, dass ich diese Moeglichkeit bekommen habe und sie auch nutze. Auch wenn einige wenige Leute denken, dass ich mein Leben falsch anpacke und ich in den Tag hineinlebe, bin ich mir sicher, die richtigen Entscheidungen gefaellt zu haben. Mitmenschen, die mich kritisieren sollen erstmal das vollbringen, was ich vollbracht habe. Allein ohne jeglichen Kontakte in ein Metropole zuziehen und dort auch das Leben zu fuehren, welches einen zum gluecklichsten Menschen ueberhaupt macht. Andere meinten letztes Jahr zu mir, dass zu einem Auslandsaufenthalt viel dazu gehoert. Ich verneinte das immer und sah es nicht als das grosse Ding an. Inzwischen bin ich schon ziemlich zufrieden mit mir und meinem Handeln. Der Harrodsjob, die oben genannte Situation und das happy life zu fuehren, kommt nicht einfach von so. Aber ohne Menschen in der Heimat, die mich all die Zeit unterstuetzen, mir Mut zu sprechen und einfach unglaublich gute Freunde sind, die mich aufheitern, Dinge fuer mich aus Deutschland erledigen und mir einfach zuhoeren, waere ich sicherlich nicht so stark. Denen, und ich glaube, die jenigen wissen, wer gemeint ist, bin ich fuer Ewigkeiten dankbar. Dank ist gar keine richtige Bezeichnung dafuer. Ich bin viel mehr als dankbar, ich liebe diese Menschen.

Die Zeit in London hat mir bewiesen, dass es wert ist, fuer einen Traum zu kaempfen und das es moeglich ist, einen Traum zu leben. Ich lebe meinen Traum. Ich lege allen ans Herz, das im Leben zu verfolgen, was einem wichtig ist. Und falls es schief geht, es gibt immer ein zurueck. Ein zurueck in dem Menschen warten, die einen lieben.

Am Schluss moechte ich noch meiner Anett (aus L.) gedenken. Du bist ganz oft in meinem Koepfchen und ich hoffe, dass du diese schwere Zeit ueberstehst. Drueck dich ganz fest! Ausser die liebsten Gruesse an das wunderschoene Nemt, moechte ich auch meiner Maya sagen, dass ich mich sehr auf deine Rueckkehr freue. Du warst viel zu lange weg! : )

Im very proud of ALL THESE THINGS I HAVE DONE….

Inzwischen ist es schon wieder Ende Maerz, wie die Zeit vergeht, und meine Besuche aus Deutschland sind auch wieder zu Hause. Es ist immer schoen, heimische Gesichter zu empfangen, ihnen mein Leben und London zu zeigen. Andererseits ist es ein wenig komisch, wenn ich ploetzlich so zwischen zwei Welten bin… (ich weis, es klingt merkwuerdig, fuehlt sich auch so an)

Heute ist mein letzter Tag als AuPair. Da Madeline ab morgen  Ferien hat und ihr Dad auf sie aufpasst. Ich musste sie heute nochmal zur Schule bringen, von der Schule abholen und dann wars das. Nie wieder Madeline bekochen oder mit ihr quatschen. Ich bin schon irgendwie traurig, die immer launisch werdende Madeline nicht mehr zu troesten und mit ihr ueber Kinderkram zu lachen. Auf der anderen Seite freue ich mich auf den neuen Job. Ausserdem habe ich 2.5 Wochen Urlaub, naechste Woche Paris - was will man mehr? : )  

So, in 24 h kann sich viel veraendern. Ich hatte gestern in einem *****Hotel ein Interview mit einer Familie, die eine recht ausergewoehnliche Nanny Position bietet.

Kurz dazu: Ich wuerde aller zwei Wochen Donnerstag Nacht/ Freitag Morgen von London nach Deutschland fliegen, deren Kinder (M9, J5) in Frankfuert abholen, mit diesen zu den Haeusern nach Suedfrankreich, Schweiz oder London fliegen, Samstag und Sonntag die Kinder betreuen, sie Sonntag nach Deutschland begleiten und dann alleine nach London zurueck fliegen. Dann haette ich zwei Wochen und ein Wochenende frei und dann gehts wieder in den Flieger.  Ein absoluter Traumjob.

Ja, da sich aber Maria ja nie ganz sicher ist, holte sie sich erstmal einige hilfreiche Meinungen ein und beginnt nun ab Mitte April den Jetsetjob.

Ich kann es eigentlich noch gar nicht fassen. Vielleicht nicht, weil diese Situation mich voellig ueberrollt hat.

Naja morgen erhalte ich dann heimatlichen Besuch von meiner Netti und naechste Woche Pauli.

FREU FREU FREU 

Die aktuelle Lage schaut nun wie folgend aus: Alex und Madeline gehen ab Mitte April auf Boarding School, was bedeutet, dass ich einen neuen Job finden muss.

 Nach 1.5 Monaten Sonne und fruehlingshaften Temperaturen, heckt ein starker Wind (in den Wetternachrichten hoerte ich:“ a horrican“) und es regnet ununterbrochen. Gut, dass ich gerade jetzt Besuch aus Deutschland bekomme. : ) Es heist, dass das Haus nicht verlassen werde sollte. Schoen, dass ich in wenigen Minuten meine Kleine zur Schule bringen darf.

Vielleicht habe ich mich ein wenig falsch ausgedrueckt:

                          Ich komme auf keinen Fall eher nach Deutschland!!!

 Liebste Gruesse aus London (ist gerade n bissel kalt hier)

Eigentlich hatte ich schon vor einigen Tagen einen langen Bericht ueber meine letzte Woche angefertigt, da Madeline Schulferien hatte und wir viel zusammen erlebt haben. Inzwischen ist hier so viel passiert, dass die Erlebnisse und meine Kriegerklaerung, an die deutsche Musik, welche ich auch schon verfasst hatte, eher unwichtig erscheinen.

Seit Montag weis ich nun, dass mein AuPair Leben voraussichtlich bald vorbeigeht. Aber nun von Anfang an. Alex, mein Gastbruder, wechselt im April die Schule und da Madeline immer auf eine Privatschule gehen wollte, werd sie die gleiche Schule besuchen, wie ihr Bruder. Das bedeutet, dass ich nach meinem Urlaub im April, nicht mehr auf sie aufpassen werde. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob Madeline wirklich auf dieser Schule angenommen wird, aber Charlie meinte, es steht schon alles so weit fest. Ich kann trotzdem weiterhin in Knightsbridge bei Charlie wohnen. Nun sucht sie wie ne Verrueckte fuer mich einen neuen Job, welchen ich dann nach meinem Urlaub antreten werde. Wie lange ich diesen machen werde und wann ich nach Deutschland zurueck komm, steht mit diesen Neuigkeiten natuerlich wieder in den Sternen.Auf der einen Seite bin ich schon irgendwie ziemlich traurig, dass Madeline wegzieht und ich gar nicht mehr mit ihr mein Leben teilen kann, auf der anderen Seite fuehle ich mich seit geraumer Zeit ein wenig „steckengeblieben“ mit dem Job und freue mich, weiter zukommen und etwas neues auszuprobieren.

Bis dahin stehen aber erstmal Besuche von meiner Netti und Pauli an. Ich werde uebers Wochenende nach Paris, nach Deutschland fuer einige Tage und dann ist es so weit, mein AuPair Leben ist offiziell beendet.

Ob man es glauben mag, oder nicht. Der Fruehling ist in London eingekehrt. Inzwischen werden nur noch Halbschuhe, Roecke und Bikinis verkauft. Jedes Busfenster ist aufgeklappt, damit es ja nicht zu „warm“ im Bus ist und ueber verrueckte Englaender im T-Shirt und Flipflops wunder ich mich schon gar nicht mehr. Auch ich war heute ganz mutig und habe meine Winterstiefel und Winterjacke im Schrank gelassen. Das Wetter laedt taeglich dazu ein. Bei warmen 15 C und strahlend blauem Himmel ideal. Natuerlich ist mir bewusst, dass die Temperaturen in Deutschland da nicht mithalten koennen. Meine Schadenfreude kann ich kaum unterdruecken. 

Ich sahs heute also mit Freundin im gruen wachsenden Hyde Park und habe jeden warmen Sonnenstrahl koestlich genossen. Neben mir tummeln sich freche Eichhoernchen, planschende Enten und hunrige Tauben. Osterglocken und andere Blumen (ich habe schon wieder alle Blumenarten mit Namen vergessen) sind inzwischen zu betrachten und selbst der englisch perfekte Rasen wird frisch verlegt.

Spring already arrived!

Nach einem milden, sonnigen und erlebnissreichen Wochenende in meiner Lieblingsstadt, schaut der Himmel inzwischen grau und nieselig aus. Eins muss ich gleich noch loswerden: in London regnet es nicht die ganze Zeit.

Nach den anstrengenden Harrodswochen verspuerte ich die letzten Tage immernoch Muedigkeit und Traegheit. London ist einfach eine sehr anstrengende und immer rauschende Stadt, einfach abschalten faellt hier sehr schwer. Es ist zu jeder Tageszeit laut und bunt. Selbst in der Nacht ist der Himmel noch so hell erleuchtet, dass ich mir an einigen Naechten die Decke ueber den Kopf ziehen muss.

Ich kann seit langem wieder London geniessen. Ich bin unter die nervigen Touristen gegangen. Natuerlich schau ich mir inzwischen nur Insider an, die nicht im Reisefuehrer stehen, bin trotzdem immer mit Digicam unterwegs. : ) Was auch ganz wichtig ist: ich kann wieder am Wochenende mehr oder weniger ausschlafen. Madeline vergisst, dass ich im Zimmer neben ihr schlafe. : )

Am Sonntag stand ich in Hamstead Heath, noerdlicher Stadtteil, auf einem Huegel, von wo aus die ganze Stadt zu betrachten war. Die Sonne schien, Wind wehte, einzig und allein Voegel zwitscherten und an diesem Punkt habe ich endlich Ruhe gespuert, die ich so lange vermisste. „Do it my way!“

„2 pieces“ – MIA

Neues Jahr, neues erfrischendes Wetter in London. Waehrend es die letzten Tage sonnig warm war, regnet es nun ununterbrochen in Stroemen. Und trotz der 10 Grad wird meine Laune nicht besser. Madeline freut sich jeden Tag aufs neue, wenn wir an der Strasse stehen und von bloeden Autos, die durch fette Pfuetzen fahren, schoen nass gespritzt werden oder die Fuesse durchnaesst sind. Ich dagegen versuche minuetlich meine Haare zu baendigen, die sich durch die hohe Luftfeuchtigkeit in jede Richtung kraeuseln.

Die englischen Medien halten mich neuerdings regelmaessig ueber das Geschehen in Deutschland auf dem Laufenden. Gerade hoerte ich, dass Klinsi jetzt Bayern Trainer (ich frage mich: ist Klinsmann da nicht unterfordert?) wird und irgendeine Geschichte ueber einen Eisbaeren aus dem Nuernberger Zoo. Sehr informativ! : ) Die Werbepausen werden von Fitnessdvds ueberschwemmt und auf die Frage, warum extrem viel Werbung fuer diese DVDs gemacht wird, antwortet mir Charlie: “Its every year the same, the people, mostly women, want to loose there weight after christmas!“ Klingt sehr logisch. Ich bin ja immernoch fest entschlossen meine „wenigen“ Kilos, die ich seit September zugenommen habe, beim Joggen ab Maerz zu verlieren. Bis dahin ist noch viel Zeit fuer Cookies, Waffeln  & Co.

Noch einen kleinen, aber ganz herzlichen Grussi an meine Mimamaya, die jetzt weit weit weg ist. Denk an dich und du fehlst mir viel zu sehr!!! ; (

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